30. Oktober 2024 – «Die Westschweiz: eine Region auf der Suche nach Erfolg» war der Titel der ersten Ausgabe des «Forum des 100» im Jahr 2005. Wie sich heute zeigt, stellte sich der angepeilte Erfolg tatsächlich ein, obwohl die Perspektiven der Romandie vor 20 Jahren nicht ganz so rosig waren. Die Wirtschaftskrise der 1990er-Jahre und das Platzen der Dotcom-Blase hatten ihre Spuren hinterlassen. Man machte sich Sorgen über Staatsverschuldung, Arbeitslosigkeit und Wachstumsflaute. Um die Entwicklung zwischen 2005 und 2024 aufzuzeigen, wird in der neuen Studie zum Westschweizer BIP anhand verschiedener wirtschaftlicher und demografischer Indikatoren die Lage von 2005 mit den gegenwärtigen Bedingungen verglichen.
Wertschöpfung: Chemie & Pharma ganz vorn
Die Chemie & Pharma-Branche verzeichnete innerhalb von 20 Jahren ein Wachstum von 252,5% und übernahm damit in Sachen Wertschöpfung klar die Führung. An zweiter Stelle folgt mit erheblichem Abstand der Sektor Maschinenbau, Uhrmacherei und Präzisionsinstrumente, der einen Zuwachs von 52,5% verzeichnete. Somit hat der sekundäre Sektor, der ein Viertel des PIB ausmacht, ein Drittel zu dessen Wachstum beigetragen. Im Tertiärsektor verzeichneten die Unternehmens- und Immobiliendienstleistungen mit 52,2% den stärksten Zuwachs, dicht gefolgt von den öffentlichen und halböffentlichen Diensten (+50,9%) und vom Handel (+42,4%). Danach kommen die Finanzdienstleistungen mit +35,9%.
Arbeitsmarkt: Starke Zunahme im Dienstleistungssektor
Ein Blick auf den Arbeitsmarkt (zwischen 2005 und 2024 erhöhte sich die Anzahl Stellen in Vollzeitäquivalenten um 37,4%) zeigt ein ganz anderes Bild. Die meisten neuen Arbeitsplätze (mehr als 8 von 10 Stellen) wurden im Tertiärsektor geschaffen. Am stärksten war die Zunahme bei den Unternehmens- und Immobiliendienstleistungen (+76,2%) sowie den öffentlichen und halböffentlichen Diensten (+62,7%). Doch auch zwei Bereiche des sekundären Sektors traten hervor: das Baugewerbe (+32,6%) sowie der Sektor Maschinenbau, Uhrmacherei und Präzisionsinstrumente (+29,6%). Chemie & Pharma blieb mit +15,4% leicht zurück.