Westschweizer BIP: Wachstum nimmt Fahrt auf

Die Westschweizer Wirtschaft scheint auf dem besten Weg, sich vom «Frankenschock» vom Januar 2015 zu erholen. Während das BIP-Wachstum im letzten Jahr noch 0,9% betrug, dürfte es 2018 auf 2,3% ansteigen und auch im nächsten Jahr mit 1,9% recht hoch bleiben. Dies geht aus den Wachstumsprognosen für das Westschweizer BIP hervor, die heute von den sechs Kantonalbanken der Romandie in Zusammenarbeit mit dem CREA-Institut und dem von der Tageszeitung Le Temps organisierten Forum des 100 veröffentlicht wurden.

23. Mai 2018 – Wie die Schweizer Gesamtwirtschaft profitiert auch die Romandie von der Aufwertung des Euro gegenüber dem Franken sowie von der weltweiten Konjunkturaufhellung. Was die Schweizer Währung betrifft, so markiert 2017 eine Zäsur. Zwar hatte bereits im Januar 2015 ein leichter Rückgang des Frankens eingesetzt, im Sommer letzten Jahres beschleunigte sich die Abwertung jedoch, so dass er heute rund 10% tiefer notiert als Anfang 2017. Das weltweite Wirtschaftswachstum näherte sich im vergangenen Jahr der 4%-Marke – einem Wert, der seit dem rasanten Aufschwung, der auf die weltweite Rezession im Jahr 2009 folgte, nicht mehr erreicht wurde. Erfreulich ist, dass das Wachstum breit abgestützt ist und von den Schwellenländern ebenso getragen wird wie von den Industrieländern. Zudem sollte die Weltwirtschaft ihre Dynamik in diesem und im nächsten Jahr beibehalten.

Diesem günstigen Konjunkturumfeld ist es zu verdanken, dass die in der 11. Studie zum Westschweizer BIP veröffentlichten Wachstumsprognosen des CREA-Instituts für die Jahre 2018 und 2019 klar über der 1%-Marke liegen, um die das BIP zwischen 2015 und 2017 geschwankt hatte.

Das mit 0,9% etwas zögerliche Wachstum des Jahres 2017 erklärt sich vor allem durch die Flaute im Tertiärsektor im 1. Halbjahr, die der Aufschwung bei den Finanzdienstleistern und im Hotel- und Gastgewerbe nicht zu kompensieren vermochte. Gestützt wurde die Westschweizer Konjunktur durch das verarbeitende Gewerbe, insbesondere durch die Chemie- und Pharmabranche, die Maschinenindustrie und den Uhrensektor, denn sie alle profitierten von der Aufhellung der Weltkonjunktur sowie von der Euroaufwertung.

Für 2018 und 2019 sind eine breit abgestützte Erholung sowie Impulse vom Sekundär- und vom Tertiärsektor zu erwarten. Da das Konjunkturumfeld günstig bleibt, dürfte das verarbeitende Gewerbe seinen Trend fortsetzen. Das Baugewerbe präsentiert sich allerdings nicht so dynamisch wie in den Vorjahren. Bei den Dienstleistungen sollte das Wachstum vom Handel, den Unternehmensdienstleistungen, dem Immobiliengewerbe, den öffentlichen und halböffentlichen sowie den Finanzdienstleistern, der Branche Verkehr und Kommunikationswesen sowie dem Hotel- und Gastgewerbe angekurbelt werden.

Eine gewisse Vorsicht ist aber dennoch geboten, denn es gibt immer noch zahlreiche Risikofaktoren. Dazu gehören insbesondere die mit dem Brexit verbundenen Ungewissheiten, die geopolitischen Spannungsherde, die Normalisierung der Geldpolitik in den USA und bald auch in der Eurozone sowie die Gefahr eines Handelskrieges. Nimmt die Unsicherheit wieder zu, könnte dies das Weltwirtschaftswachstum belasten und der Franken könnte erneut unter Aufwärtsdruck geraten.

Die Energiewende in der Romandie

Die Westschweiz nimmt die Energiestrategie 2050 von einer günstigen Position aus in Angriff. Die Ziele sind dabei dieselben wie für das ganze Land: Atomausstieg, geringere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und höhere Energieeffizienz. Sie zu erreichen dürfte in der Romandie dank des etwas milderen Klimas, der stärkeren Ausrichtung auf die Leichtindustrie und der dynamischen Ent­wicklung beim Bau und bei der Sanierung von Gebäuden allerdings einfacher sein.

Ein Kapitel der Studie zum Westschweizer BIP untersucht die Auswirkungen der Energiewende auf die Region. Die Berechnungen dazu stellte das Energy Center der ETH Lausanne (EPFL) an. Pro Person müsste die Westschweiz demnach ihren Stromverbrauch um 53% und ihre CO2-Emissionen um 72% reduzieren.

Um dies zu erreichen, muss der Verbrauch fossiler Brennstoffe gesenkt (−72%) und die Nutzung erneuerbarer Energien gesteigert (+114%) werden. Die jährlichen Energiekosten sollten aber dennoch leicht sinken (−4%): Die Investitionen, die erforderlich sind, um mehr Energieeffizienz zu erreichen, dürften durch die Einsparungen beim Einkauf fossiler Brennstoffe kompensiert werden. Zudem ist zu erwarten, dass die Energiewende insgesamt einen positiven Effekt auf die Beschäftigung im Energiesektor und in den direkt damit verbundenen Branchen, namentlich Verkehr und Gebäudesanierung, haben wird (+53%).

Wichtige Wirtschaftskennzahl

Das BIP ist die Kennzahl, die am häufigsten zur Messung der Wirtschaftsleistung eines Landes oder einer Region herangezogen wird. Anhand dieses wichtigen Indikators ist es möglich, die Entwicklung im Zeitverlauf zu analysieren und Vergleiche zwischen den Regionen anzustellen. Mit der Publikation von BIP-Prognosen erhalten die Entscheidungsträger von Privatwirtschaft und Politik zudem ein wertvolles Instrument für die Entscheidungsfindung und Projektdurchführung.

Der Bund veröffentlicht neben Daten zum schweizerischen BIP auch Schätzungen für die kantonalen BIP des jeweils vorvergangenen Jahres (verfügbare Daten: 2008 bis 2015). In Zusammenarbeit mit dem Forum des 100 publizieren die Kantonalbanken der sechs Westschweizer Kantone ihrerseits seit 2008 alljährlich das Westschweizer BIP mit Daten zu den Vorjahren und Prognosen für das laufende und das kommende Jahr. Das CREA-Institut der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften (HEC) der Universität Lausanne führt die Berechnungen mittels einer transparenten Methode durch. Die Ergebnisse werden auch am 14. Forum des 100 am 24. Mai 2018 in Lausanne präsentiert.

Nähere Informationen sind auf folgenden Websites verfügbar: www.bcf.ch, www.bcge.ch, www.bcj.ch, www.bcn.ch, www.bcvs.ch, www.bcv.ch, www.hec.unil.ch/crea und www.forumdes100.ch.

 

Ansprechpartner:

FKB: Michel Gauthier, Prokurist
Tel.: +41 26 350 72 02
E-Mail: michel.gauthier@bcf.ch

BCGE: Hélène De Vos Vuadens, Kommunikationsleiterin
Tel.: +41 22 809 24 11
E-Mail: helene.de.vos.vuadens@bcge.ch

BCJ: Serge Voisard, Kommunikationsleiter
Tel.: +41 32 465 13 68
E-Mail: serge.voisard@bcj.ch

BCN: Caroline Plachta, Generalsekretärin
Tel.: +41 32 723 62 20
E-Mail: caroline.plachta@bcn.ch

WKB: Albert Gaspoz, Kommunikationsleiter
Tel.: +41 58 324 60 30
E-Mail: albert.gaspoz@bcvs.ch

BCV: Jean-Pascal Baechler, Observatoire BCV de l’économie vaudoise
Tel.: +41 21 212 22 51
E-Mail: jean-pascal.baechler@bcv.ch

CREA: Claudio Sfreddo, Projektleiter (für die Methodologie)
Tel.: +41 78 880 91 95
E-Mail: claudio.sfreddo@unil.ch; crea@unil.ch

Forum des 100: Alain Jeannet, Produzent
Tel.: +41 79 213 16 49
E-Mail: alain.jeannet@letemps.ch

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Rapport sur le produit intérieur brut (PIB) romand, 24 mai 2018 (nur auf Französisch)

Le produit intérieur brut (PIB) est la mesure de la performance économique d’un pays ou d’une région la plus communément utilisée. Ce chiffre permet une analyse de l’évolution dans le temps et une comparaison des régions entre elles; il peut aussi faire l’objet de prévisions. Le PIB est donc un outil précieux de mesure et d’aide à la planification pour les entreprises et les collectivités publiques.

Grösse : 2.03 MB - Zuletzt geändert : 23.5.2018

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