Kann mit liquiden alternativen Anlagen das ganze Hedgefonds-Universum abgedeckt werden?

Die Liquid Alts sind täglich handelbare Produkte, die den Anlegern ein Exposure im Bereich der alternativen Anlagen ermöglichen. Die Nachfrage nach diesen Instrumenten explodiert.

Newcits oder Liquid Alts: zwei Bezeichnungen für ein und dieselbe Art von Fonds, nämlich die liquiden alternativen Anlagen, die seit der letzten Finanzkrise einen steilen Nachfrageanstieg verzeichnet haben. Der zunehmende Wunsch, sich mittels Hedgefonds‑Strategien gegen die Baisserisiken zu schützen, erklärt das wachsende Interesse der Anleger an diesen herkömmlichen Anlagefonds bzw. börsengehandelten ETF (Exchange Traded Funds), die den Anlegern mit einem Exposure in alternativen Anlagestrategien eine Diversifikationsmöglichkeit bieten.

In den USA werden sie Liquid Alts genannt, in Europa oft Newcits. In der EU werden diese alternativen Anlagestrategien nämlich in ein Anlagevehikel gepackt, das der EU‑Fondsharmonisierungsrichtlinie UCITS (Undertakings for Collective Investment in Transferable Securities Directives) unterstellt ist, die den Fondsvertrieb in der Europäischen Union regelt. Ihre Entstehung und Entwicklung ist also auch eine Antwort auf die regulatorische Weiterentwicklung.

Diese Produkte heben sich vom Markt zurzeit durch zwei Vorzüge ab: ihre Liquidität und – in geringerem Masse – ihre Kosten. Die Hürde der Mindestinvestition ist deutlich tiefer angesetzt als bei klassischen Hedgefonds, sodass auch weniger betuchte Anleger darin investieren können. Bei den Kosten liegen die Liquid Alts zwischen den herkömmlichen Hedgefonds und den klassischen Anlagefonds. Es fallen in der Regel höhere Gebühren an als bei den übrigen aktiv verwalteten Anlagefonds, aber tiefere als bei den herkömmlichen Hedgefonds.

Ein echtes Plus: die Liquidität

Ihre wichtigste Besonderheit ist jedoch in ihre Liquidität. Sie können täglich gekauft und verkauft werden, ganz im Gegensatz zu den Hedgefonds, die eine monatliche, vierteljährliche oder jährliche Liquidität bieten. Gewiss, je nach den gewählten Basiswerten kann auch bei den Liquid Alts ein Liquidationsrisiko bestehen, etwa bei Fixed-Income-Strategien, genauso wie dies bei gewissen herkömmlichen ETF vorkommen kann, die wenig liquide Aktiven als Basiswerte haben. In der Tat ist es unmöglich, einen illiquiden Vermögenswert durch eine neue Verpackung in einen liquiden zu verwandeln.

Illiquide Vermögenswerten in liquide Anlagevehikel zu packen birgt eine weitere Gefahr. Die tägliche Handelbarkeit der Liquid Alts hat massgeblich zu ihrer Popularität beigetragen. Bei einer Korrektur und entsprechend zahlreichen Rücknahmeanträgen könnten ihre Anbieter jedoch gezwungen sein, die Basiswerte zu Ramschpreisen zu verkaufen, worunter unweigerlich die Anleger leiden würden. Daher sind die Liquid Alts für einige Hedgefonds-Strategien nicht wirklich geeignet.

Wahl der Strategien

Für Arbitrage- und Kreditstrategien sowie Strategien, die auf nichtkotierte Finanzinstrumente zurückgreifen, eignet sich diese Art von Anlagevehikel beispielsweise nicht, für Long-Short-Strategien oder systematische Strategien hingegen schon. Bei einem bedeutenden Teil dieser neuen Anlagevehikel handelt es sich denn auch um Fonds, die sich auf Long-Short-Strategien konzentrieren, sich also mit dem Kauf und Verkauf von Aktien begnügen.

Wenn sich diese Art Anlagevehikel nicht für alle Arten von Hedgefonds-Strategien eignet, ist es dann überhaupt möglich, damit die Performance der gesamten Hedgefondsindustrie zu replizieren? Die Schwierigkeiten – hinsichtlich der Repräsentativität wie hinsichtlich der Liquidität –, die bei der Konstruktion eines die Performance der Hedgefondsindustrie replizierenden Portfolios auftreten, können mit der quantitativen Analyse teilweise gelöst werden. Dank dieser Methoden lassen sich bestimmte Eigenschaften der Hedgefonds mithilfe von liquiden Instrumenten «klonen». Es ist also möglich, ein Portfolio zu konstruieren, dessen Sensitivität gegenüber den Märkten und den verschiedenen alternativen Risikoprämien derjenigen der Hedgefondsindustrie sehr nahekommt. Diese alternativen Risikoprämien werden manchmal «alternatives Beta» genannt und entsprechen der Sensitivität gegenüber Faktoren wie Value, Size, Momentum, Trend oder Carry, um nur einige zu nennen.

Ein beispielhaftes Jahr

Mit welchen Ergebnissen? Anhand des Börsenjahrs 2019 lässt sich gut aufzeigen, was diese verschiedenen Produkte einem Portfolio bringen können. 2019 war ein ausgezeichnetes Jahr für die traditionellen Märkte, der MSCI World beispielsweise legte 28,5% zu. Doch auch die alternativen Anlagen verzeichneten ansprechende Resultate. So erzielte der HFRX Global Hedge Fund Index in Dollar ausgedrückt eine Jahresperformance von 8,6%. Mit 9,2% generierte das Replikationsprodukt BCV Liquid Alternative Beta eine sehr ähnliche Performance in Dollar und wurde somit seinem Auftrag einmal mehr gerecht und dies ohne einen einzigen Rappen in Hedgefonds zu investieren. Was den Dachhedgefonds BCV Multi-Strategy angeht, so verzeichnete dieser mit einer Jahresperformance von 11,8% in USD eines seiner besten Jahre seit Langem.

Diese Produkte erfüllen also die unterschiedlichen Erwartungen der Anleger in Sachen Risikonahme, Kosten oder Rendite. Anleger, die in einen Replikator oder einen ETF auf Hedgefonds investieren, können im Allgemeinen eine Performance erwarten, die der durchschnittlichen Performance der Hedgefonds entspricht oder leicht darunter liegt, sofern letztere einen Mehrwert generieren. Vereinfacht ausgedrückt lässt sich sagen, dass die Liquidität einen Preis hat und dass die Hedgefonds oft die Illiquiditätsprämie nutzen. Sind die Liquid Alts tatsächlich liquid, können sie diese Gewinneinbusse teilweise durch ihre niedrigen Verwaltungskosten wettmachen. Bei der Investition in einen Dachhedgefonds sollte eine leicht überdurchschnittliche Performance erzielt werden, sofern der Verwalter es versteht, die besten Hedgefonds auszuwählen.

 

Wichtige rechtliche Hinweise

Dieses Dokument hat rein informativen Charakter. Es stellt weder ein Angebot, noch eine Aufforderung oder Empfehlung für den Kauf oder Verkauf spezifischer Produkte dar. Der BCV Multi-Strategy Fund ist ein Teilfonds des AMC ALTERNATIVE FUND, einem Umbrella-Fonds mit besonderem Risiko. Die Anlegerinnen und Anleger müssen sich bewusst sein, dass eine Investition in einen solchen Fonds mit erhöhten Risiken verbunden ist und dass sie das investierte Kapital teilweise oder ganz verlieren können. Diese Risiken werden im Fondsprospekt eingehend erläutert. Die Jahres- und Halbjahresberichte, die Fondsprospekte und die Fondsverträge sowie die Dokumente mit den wesentlichen Anlageinformationen (Key Investor Information Document, KIID) aller von der BCV verwalteten oder vertriebenen Anlagefonds können kostenlos bei der BCV, Place St. François 14, 1003 Lausanne, oder bei der Fondsleitung Gérifonds SA (http://www.gerifonds.com) bezogen werden. In der Vergangenheit erzielte Performances bieten keine Gewähr für die gegenwärtige und zukünftige Entwicklung. Sie verstehen sich vor Abzug der bei Ausgabe/Kauf und Rücknahme/Verkauf von Fondsanteilen erhobenen Gebühren und Kommissionen. Die Verbreitung dieses Dokuments und/oder der Verkauf bestimmter Produkte an Personen, die anderen Rechtsordnungen als der schweizerischen (z. B. derjenigen der EU, des Vereinigten Königreich, der USA) unterstehen oder die US-Personen sind, können untersagt sein oder Einschränkungen unterliegen. Die in dieser Publikation genannten Referenzindizes sind eingetragene Marken, für deren Verwendung die BCV eine Lizenz besitzt. Die Indexanbieter übernehmen keinerlei Haftung.

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