Pressemitteilungen - 2010

Westschweizer Wirtschaft erweist sich als standhaft

Leichter Rückgang des Westschweizer BIP um 0,9% im Jahr 2009

Die Westschweiz erwirtschaftete 2009 ein Bruttoinlandprodukt (BIP) von CHF 128,5 Milliarden. Zwar liegt dieser Wert um 0,9% unter demjenigen des Vorjahrs, doch darf für 2010 und 2011 bereits wieder mit einem BIP-Zuwachs von 2,1% respektive 2,2% gerechnet werden. Diese geringe Konjunkturanfälligkeit erklärt sich insbesondere durch die breite Diversifikation der Westschweizer Wirtschaft sowie durch die Stärke ihrer Hightech-Unternehmen und der Wissensindustrie, die mit 27% einen beeindruckenden Beitrag zum BIP der Romandie leisten.

19. Mai 2010 - Das dritte Jahr in Folge veröffentlichen die sechs Westschweizer Kantonalbanken und das "Forum des 100" in Zusammenarbeit mit dem CREA-Institut der Universität Lausanne das BIP der Westschweiz* , das sich 2009 auf CHF 128,5 Milliarden beläuft. Dieses verzeichnet einen leichten Rückgang von 0,9% gegenüber dem Vorjahreswert. Die durchschnittliche jährliche Zuwachsrate über zehn Jahre sinkt unter dem Einfluss der Konjunkturwende, von der die Romandie ab Herbst 2008 betroffen war, von 2,2% auf 2%. Allerdings sank das Westschweizer BIP 2009 weniger stark als das gesamtschweizerische BIP, zu dem es mit 24% beiträgt.

Wachstum des Dienstleistungssektors

2009 machte der Primärsektor (Landwirtschaft) nur noch 1,4% des Westschweizer BIP aus. Während der Anteil des Sekundärsektors (Industrie und Baugewerbe) am BIP auf 25,4% (2008: 25,9%) sank, stieg der BIP-Anteil des Tertiärsektors (Dienstleistungen) auf 73,2% (2008: 72,6%).

Das Gewicht des Tertiärsektors ist auf die grosse Bedeutung seiner einzelnen Komponenten zurückzuführen. Diese sind in absteigender Reihenfolge: die öffentlichen Dienste (Verwaltung, Gesundheit und Sozialwesen) mit 22,1% (2008: 21,0%), der Handel mit 14,8% (2008: 14,3%), der Finanzsektor mit 11,4% (2008: 12,5%) sowie Immobilien und Dienstleistungen für Unternehmen mit 11% (2008: 11,0%).

Die begrenzten Folgen der Krise

Im Primärsektor, dessen BIP-Anteil immer kleiner wird, zeigte die Krise von 2008 und 2009 keine markanten Auswirkungen. Spuren hinterliess sie jedoch im Westschweizer Sekundär- und Tertiärsektor: Insgesamt ging die Wertschöpfung im Sekundärsektor um 1,9% und im Tertiärsektor um 0,9% zurück.

Innerhalb des Sekundärsektors vermochte der Boom im Baugewerbe (+3,6%) den Wachstumseinbruch in der Industrie, der je nach Branche 3% bis 8% betrug, bis zu einem gewissen Grad auszugleichen.

Im Tertiärsektor stieg die Wertschöpfung im Gross- und Detailhandel dank dem Konsum in der Westschweiz um 2,8%. Diese erfreuliche Entwicklung vermochte die flauere Entwicklung der Finanzindustrie (-8,2%), des Gastgewerbes (-6,7%) und der Dienstleistungen für Unternehmen (-3,3%) teilweise zu kompensieren.

2010 und 2011 – Kräftiger Aufschwung in Sicht

2010 und 2011 dürfte das Westschweizer BIP real um insgesamt 2,1% respektive 2,2% steigen. Diesen Prognosen zufolge könnte die Romandie im laufenden Jahr einen stärkeren BIP-Zuwachs verzeichnen als die Gesamtschweiz und auch im nächsten Jahr einen leichten Vorsprung ausweisen.

Dazu werden in erster Linie der Finanzsektor und das anhaltend gute Konsumklima beitragen. Das Wachstum der Sektoren Finanz und Handel dürfte 2010 und 2011 über 2,5% liegen. Dies ist nicht unwesentlich, bedenkt man, dass diese zwei Branchen über 26% des Westschweizer BIP ausmachen.

2010 und 2011 werden auch die Exporte zur Wirtschaftserholung in der Romandie beitragen. Waren diese 2009 um 15% rückläufig, so sind sie im laufenden Jahr bereits wieder gestiegen, wie der Statistik der Eidgenössischen Zollverwaltung zu entnehmen ist.

Entscheidende Rolle des „Quartärsektors“

Neben den erwähnten Faktoren (Diversifikation, Gewicht der öffentlichen Dienste sowie zeitlich versetztes Wachstum von Finanz- und Industriesektor) kann die Krisenresistenz der Westschweiz auch auf die Bedeutung des Quartärsektors zurückgeführt werden, der ein bemerkenswert dynamisches Wachstum aufweist.

Zum Quartärsektor werden die Medium- und Hightech-Unternehmen sowie die Wissensindustrie gerechnet. Es handelt sich im Allgemeinen um Sektoren mit sehr hoher Forschungs- und Entwicklungsaktivität.

Der Quartärsektor stellt 27% des Westschweizer BIP dar. Im Durchschnitt wächst dieser Sektor um 5% jährlich und damit weit stärker als das Westschweizer BIP insgesamt (+1,5%). Die Hightech-Branchen sind in allen Westschweizer Kantonen stark präsent, machen sie doch zwischen 17% und 33% der kantonalen Wertschöpfung aus. Schliesslich übertrifft das jährliche Produktivitätswachstum der besonders hightech-orientierten Unternehmen (Instrumente, Medizinaltechnik, Uhrenindustrie usw.) sogar 5%.

Wichtige Wirtschaftskennzahl

Das Bruttoinlandprodukt ist ein wichtiger Indikator für die Stärke und die Dynamik einer Volkswirtschaft. Mit der Publikation von BIP und BIP-Prognosen erhalten die Entscheidungsträger aus der Westschweizer Privatwirtschaft und Politik ein wertvolles Instrument für die Entscheidungsfindung und Projektdurchführung.

Die Kantonalbanken der Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Wallis und Waadt haben das CREA-Institut der Universität Lausanne mit der Berechnung dieses Indikators beauftragt, um eine möglichst transparente und genaue Ermittlungsmethode zu gewährleisten. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem "Forum des 100" realisiert, das morgen, anlässlich seiner 6. Ausgabe, wie schon in den vergangenen zwei Jahren die offizielle Präsentation des Westschweizer BIP übernimmt.

Als Ergebnis dieser gelungenen Partnerschaft erhält das Westschweizer Publikum Einsicht in die BIP-Daten, die den Wirtschaftsakteuren die Analyse ihres Umfelds erleichtern.

Detaillierte Angaben finden Sie auf den folgenden Websites: www.bcf.ch, www.bcge.ch, www.bcj.ch, www.bcn.ch, www.bcvs.ch, www.bcv.ch, www.hec.unil.ch/crea und www.forumdes100.com.

*Dieser Wert (nicht inflationsbereinigt) für das Jahr 2009 trägt der Revision der Quelldatenbanken von BFS, Seco, FMI und OECD Rechnung. In den Prognosen werden allfällige Folgen der durch die Krise in Griechenland ausgelösten Turbulenzen nicht berücksichtigt.

Ansprechpartner:

BCF: Paul Coudret, Wirtschaftsberater
Tel: +41 26 350 71 04 & +41 79 606 04 81
E-Mail: paul.coudret@bcf.ch

BCGE: Olivier Schaerrer, stellvertretender Pressesprecher
Tel: +41 22 809 31 85
E-Mail: olivier.schaerrer@bcge.ch

BCJ: Serge Voisard, Kommunikationsleiter
Tel: +41 32 465 13 68
E-Mail: serge.voisard@bcj.ch

BCN: Giorgio Ardia, Generalsekretär
Tel: +41 32 723 62 20
E-Mail: giorgio.ardia@bcn.ch

BCVs: Jean-Yves Pannatier, Kommunikationsleiter
Tel: +41 27 324 60 30
E-Mail: jean-yves.pannatier@bcvs.ch

BCV: Christian Jacot-Descombes, Pressesprecher
Tel: +41 79 816 99 30
E-Mail: christian.jacot-descombes@bcv.ch

CREA: Claudio Sfreddo, Projektleiter (für die Methodologie)
Tel: +41 78 880 91 95
E-Mail: claudio.sfreddo@unil.ch; crea@unil.ch

Forum des 100: Bruno Giussani, Koordinator
Tel: +41 79 202 87 42
E-Mail: b@giussani.com

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